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Versunken in der Schleife

: Boss


Die RC-505 ist ein mächtiges Live Performance Tool, optimal für die nächste Generation von Loop-Künstlern. Bei diesem Desktop-Looper kann alles mit den Händen kontrolliert werden: die fünf Stereo-Spuren und deren Wiedergabe-Optionen sowie Input- und Track-Effekte, mit der sich in Echtzeit dynamische, ausdrucksstarke Sounds formen lassen. Um mit den intuitiven Bedienelementen großartige Loops zu bauen und zu mixen kann einfach ein Mikro oder ein Instrument angeschlossen werden. Umfangreiche Anschlussmöglichkeiten, wie USB, MIDI oder externe Fußschalter, machen diesen Looper komplett.

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Autor: Martin Winkler

Das offizielle Introduction Video von Vocal Artist Dub FX hatte mich so sehr beeindruckt, dass ich es kaum erwarten konnte die RC-505 zu testen und das Paket schlussendlich in Empfang zu nehmen. Die Zeit bis dorthin überbrückte ich damit, mir Tutorials über den RC-505 anzusehen. Aufgrund des guten Angebots dazu auf Youtube kann ich wirklich nur empfehlen, sich diese Videos zu Gemüte zu führen um die Station mit all seinen Facetten und Funktionen bereits im Vorfeld auszuforschen. Außerdem ist dies meines Erachtens angenehmer als von technischen Zeichnungen und einem klein gedruckten Manual abzulesen. Durch meine so erworbenen Grundkenntnisse konnte ich beim Auspacken des Gerätes eben jene Bedienungsanleitung erst mal beiseite legen, auch da dieses Gerät grundsätzlich sehr einfach und logisch zu bedienen ist.

Mic Check

Sehr erfreut über die Tatsache, dass der RC-505 eine Phantomspeisung hat, war es mein erster Schritt mein Studio-Mikro anzustecken. Dies ist zwar für klassischen Beatbox nicht unbedingt geeignet, da Drum- und Bass-Klänge über ein Live Mikro einfach besser klingen, weil sie nicht so sehr poppen und vor allem nicht so ehrlich sind. Für Instrumente wie Flöten, Trommeln, Akustikgitarren oder eben auch für chorale Gesänge und Acapellastücke ist ein Membran-Mikro aber deutlich besser geeignet.

Innovative Effektpallette

Als nächstes widmete ich mich den 21 Input Effekten.
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Da ich eigentlich singe und rappe und kein klassischer Beatboxer bin, haben mich Qualität und Intensität dieser Filter und FX sehr interessiert. Als essentiell für jeden Beat haben sich hier für mich folgende Filter bewährt: EQ und Dynamics für Kicks und Snares, Guitar To Bass, Lo-Fi und Robot für Basslines und mein Geheimtipp Octave für HiHats oder Shaker. Dieser Effekt legt immer eine Oktave zusätzlich über die Original-Tonhöhe des Inputs, was hier sehr nützlich ist und wunderbar klingt. Der Synth Effekt ist ebenfalls einer der effektivsten und einfachsten Effekte um Synthlines aller Art zu erstellen. Für Vocals nahm ich im Zuge meines Tests gerne die Klassiker: Delay, Chorus und Reverb bei Gesang; Lo-Fi, Transpose oder Tape Echo beim Rappen.

Loops & Overdubs

Nun war es an der Zeit meinen ersten Loop zu bauen. Davor hatte ich am meisten Respekt, da es mir bei Geräten wie beispielsweise dem Kaoss Pad in der Vergangenheit noch beinahe unmöglich schien, einen rund laufenden Bass- oder Drumloop zu kreieren. Beim RC-505 ist mir das jedoch relativ leicht gefallen, einerseits weil die Größe und Haptik der Buttons eine völlig andere ist und andererseits natürlich weil die Software des Gerätes schon um einiges fortgeschrittener zu sein scheint. Grundsätzlich startete ich meine Beats mit einem Drumloop auf der ersten Spur und überarbeitete diesen mit Hilfe der Overdub Funktion, bis er sauber und druckvoll klang. Das Overdubbing ist ebenfalls ein gewaltiger Pluspunkt bei dem Gerät: dadurch kann man einen Drumloop aufnehmen und im Nachhinein zusätzlich zu dem bereits laufenden und aufgenommenen Loop eine weitere Aufnahmespur darüber legen, ohne einen der anderen vier Tracks vergeuden zu müssen. Nach der Drumline startete ich die Aufnahmen
zur Bassline auf der zweiten Spur. Somit habe ich den Grundstein für einen Beat auf nur zwei der fünf Tracks gesetzt und immer noch drei für zusätzliche Klangelemente wie Shaker, Synths, Vocal Shouts usw. zur Verfügung. Falls beim Overdubbing ein Fehler passiert, der den ganzen Loop kaputt machen würde, muss man nicht die gesamte Spur löschen (lange auf dem Stop Button bleiben) sondern nur den Undo/Redo Button drücken, der sich wie die „Zurück-und-Wiederherstellen“-Funktion am PC verhält.

Personalisiere deinen RC-505

Bald schon kam ich zu der Erkenntnis, dass es sehr wichtig ist, die Einstellungen des RC-505 an seine bevorzugte Arbeitsweise anzupassen, welche natürlich bei jedem Vocal Artist etwas anders aussieht. Sinnvollerweise ist es eben möglich fast jede Funktion zu verändern und auf jedem einzelnen Track (mit Hilfe des Edit Buttons) oder auf dem gesamtem Gerät (mit Hilfe des System Buttons) zu speichern. Dies sowie die Tatsache, dass man die Looplänge einer Spur unabhängig von einer anderen bestimmen kann bzw. die Möglichkeit, die automatische Overdubfunktion auszuschalten, machten mir das Gerät noch um einiges sympathischer. Alles, was ich in den ersten Stunden bemängelte, konnte man schließlich ausschalten oder so einstellen, dass es mich nicht mehr störte. Also hier heißt es die persönliche, perfekte Arbeitseinstellung zu finden und das Gerät daraufhin anzupassen. Erst dann kann man so richtig loslegen.

In the Mix

Hat man einen Loop fertig gestellt, kann man diesen auf einem der 99 freien Speicherplätze festhalten und jederzeit wieder abrufen. In Zusammenhang mit dem Track FX und seinen 25 Effekten, die man über den ganzen Output legen kann, sind die Volume-Fader perfekt zum Mixen und Arrangieren der fünf Spuren geeignet. Die ersten
21 Effekte sind dieselben wie beim Input FX, interessant finde ich aber hier vor allem die letzten vier Effekte: Beat Repeat, Vinyl Flick, Beat Scatter und Beat Shift, welche auch zum Abschließen eines Stückes oder als Übergang zu einem neuen Beat sehr hilfreich sein können. Zum Speichern eines gesamten Arrangements müssen externe Aufnahmegeräte hinzugezogen werden.

Fazit

Der RC-505 ist nicht nur ein Spielzeug für Vokalisten und Instrumentalisten, sondern auch ein nützliches Tool um schnell und effektiv Beats und Loops zu erstellen. Auch erwähnen möchte ich an dieser Stelle die Mobilität dieses Loopers: mit ihm, einer Aktivbox und einem Mic kann man immer und überall Musik machen. Hervorzuheben sei auch die einfache Bedienbarkeit des Gerätes, da auf unnötige Knöpfe oder Regler verzichtet wurde. Alles in allem kann man mit dem RC-505 den Spaß mit dem Nützlichem verbinden – Rhytmus- und Taktgefühl vorausgesetzt.

Preis (UVP): 525,-
bossmusik.musikkompass.com


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